Zwölf beim Segeln

Vom Ende des Sommers merkt man in Griechenland bisher noch gar nichts. Mehr als 30°C und Sonnenbrand sagen ja schon einiges aus. Ganz anders als zuhause, wie ich mir sagen lassen habe. Dieses schöne Wetter soll vor allem am Wochenende genutzt werden und so war jeder begeistert, als die Organisation einen Segelausflug vorschlug. Die Besonderheit daran: alle Freiwilligen würden zusammenkommen für das Wochenende und sogar einen Abend gemeinsam in Katarraktis verbringen, wo das Boot geparkt werde.

Am späten Samstagnachmittag hieß es dann endlich „Boot in Sicht!“ und ich konnte einige Freiwillige, die ich schon Tage, Wochen oder sogar Monate nicht mehr gesehen habe, in die Arme schließen. Es ist echt schön, sich wiederzusehen und über Verpasstes zu quatschen. Gemeinsam haben wir dann vor einem nahegelegenen Strand den Anker ausgeworfen und sind um unser Boot geschwommen. Hätte es mir vor einem Jahr noch bei der Vorstellung, vom Boot zu springen, den Magen verdreht, so mache ich es jetzt ohne viel nachzudenken und mit großer Freude. Manchmal muss man eben über seinen Schatten springen und ich bin froh, jetzt weniger Angst vorm Meer zu haben.

Mit zwölf Freiwilligen im Haus war der Abend dann natürlich sehr lustig. Während wir die Nacht in unseren Betten verbrachten, ging das Abenteuer Segelboot für die Freiwilligen von Vrontados weiter und sie übernachteten an Bord.

Am Sonntag blieben wir dann nach längerer Fahrt beim schönsten Sandstrand von Chios (so sehe ich es zumindest) in Karfas stehen. Es war zwar ein weiter Weg vom Boot zum Strand, doch wir wagten das Abenteuer und wurden nicht enttäuscht. Am Ende des Tages hieß es dann allerdings wieder Abschied nehmen. Doch es war bestimmt nicht das letzte Mal im Leben, dass ich diese wundervollen Menschen treffe.

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Zurück zur Schule

Die allerletzten drei Wochen meines EFDs darf ich nun wieder mit dem liebsten Teil meiner Arbeit hier verbringen: Schule und Kindergarten. Der Schulbeginn war dieses Jahr genau wie zuhause in Österreich am 11. September. Doch auch schon in der Woche davor waren wir Freiwilligen als fleißige Helfer vor Ort und haben uns bei der neuen Direktorin der Schule vorgestellt und das Gebäude fürs kommende Schuljahr vorbereitet. Ausmisten, Willkommensgeschenke basteln, Bücher verteilen und sogar die Außenwände bunt bemalen – all das zählte zu unseren Tätigkeiten.

Am 11. September gab es dann zur Eröffnung des Schuljahres eine Feier mit Segnung des Pfarrers. Erst am Dienstag ging es los mit dem Unterricht. Für uns war der Einstieg gar nicht so leicht, weil viele neue Gesichter unter den Lehrern sind und diese die Arbeit von uns Freiwilligen an der Schule noch nicht kennen. In den nächsten Wochen müssen wir also zeigen, wo wir helfen können.

Mittlerweile pendelt sich aber alles ein und jeder findet seinen Platz in der Schule. Ich genieße übrigens den Luxus, meine Zeit auf Kindergarten und Schule aufzuteilen, um als „alte“ Freiwillige überall Rat zu geben. So habe ich noch ganze zwei Wochen, um mich langsam aber sicher von allen hier zu verabschieden und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Ab in den Süden

Dieses Wochenende machten wir uns abermals, wahrscheinlich zum letzten Mal während meines Freiwilligenjahres, auf den langen Weg in den Süden der Insel. Zu Fuß, wohlbemerkt. Für die Griechen eine richtige Kuriosität, wie man an den erstaunten Gesichtern der Autofahrer und am lauten „Bravo!“ aus einem der gekühlten Fortbewegungsmitteln erkennen konnte. Ein wenig bereut wird es zwischendurch wohl auch jeder von uns einmal haben, da es doch sehr heiß war und der Weg oft uneben und bergauf war.

 

Wir erkundeten neue Wege, besuchten aber auch Orte, an die ich mich von meiner ersten Wochenendwanderung in der Gegend noch gerne zurückerinnere. Unser erstes großes Ziel war dann Pyrgi. Mittlerweile durfte ich meinen Lieblingsort auf Chios nun also schon drei Mal besuchen. Jedes Mal wieder verschlägt es mir beim Anblick den Atem und ich will am liebsten nicht mehr weg. Am Weg zum Hotel machten wir dann noch Zwischenstopp im Mastix Museum. Das neu erbaute Gebäude wird oft empfohlen und war auch für uns sehr interessant – gerade auch weil Nenita und Katarraktis viel Verbindung mit dem Produkt haben. Mastix ist das Harz eines Baum, welches dieser nur auf Chios produziert und man hier in vielen lokalen Produkten findet.

 

Im „Emporios Bay Hotel“, wo ich im Mai auch schon mit Giorgia eine Nacht verbracht habe, ließen wir es uns dann am Pool und mit einem ausgezeichneten Frühstück gut gehen. Der Sonntag wurde wegen schmerzender Muskeln dann gemütlich am Strand verbracht. Wie schon so oft, Mavra Volia und Komi. Insgesamt einfach ein perfektes Wochenende.