Unser Haus

Zu Beginn habe ich in meinem Blog ja schon mal erwähnt, dass ich hier mit anderen Freiwilligen zusammen in einem Haus in Vrontados wohne. Unser Haus liegt am nördlichen Rand des Städtchens und somit nahe am Strand von Vrontados, aber fern von Apotheken, Supermärkten und der Stadt Chios. Insgesamt bin ich mit der Lage aber eigentlich ganz glücklich und ein Spaziergang von einer halben Stunde zum Supermarkt stellt ja auch keine Unmöglichkeit dar. Außerdem liegt unser Haus kaum 5 Minuten von der Volksschule entfernt, in die ich jeden Tag gehe. Zu erwähnen ist auch noch, dass wir einen wunderbaren Meerblick von unserer Terrasse haben und außerdem einen kleinen Garten rund ums Haus, der von unserem Hund José bewacht wird. Wer mich näher kennt, kann sich wohl denken, dass ich diesen Teil unseres Grundstücks aufgrund meines Respekts (vielleicht auch ein bisschen Angst) vor Hunden nie betreten habe.

Jedenfalls wurde unser Haus komplett aus Steinen gebaut und besitzt drei Stockwerke. Im Erdgeschoss befinden sich das Wohnzimmer und Esszimmer in einem großen Raum. Dank einiger flackernder Lichter haben wir auch die Möglichkeit einer hausinternen Disko, wenn wir denn wollen. Musik aus einer Lautsprecherbox bestimmt die Atmospäre dieses Raums meist. Die gemütlichen Sofas sind Standorte unserer Filme- und Spieleabende, die wir manchmal veranstalten. Ebenfalls in diesem Stockwerk ist unsere alte, aber noch funktionstüchtige Küche. Immer wieder stößt man dort auf zurückgebliebene, noch brauchbare Lebensmittel von alten Freiwilligen aus Deutschland, Italien oder Polen.

Das erste Stockwerk ist ein einziger großer Raum, in dem unsere Arbeitsplätze sind. An der einen Seiten des Raumes findet man vier Computer, die darauf warten, täglich von 17-20 Uhr benutzt zu werden, auf der anderen Seite ein Lager von teils kaputten, teils funktionstüchtigen Ersatzmonitoren, -tastaturen und vielem mehr. Eine Tür führt dann hinaus zur Terrasse, falls jemand Lust nach frischer Luft verspürt. Ebenfalls in diesem Stock ist unser Badezimmer. Der Raum besitzt keine Tür, was für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war. Mit zwei Klos, einer Dusche, einem Waschbecken, der Waschmaschine und den zwei Spiegeln sind wir gut ausgestattet. Ebenfalls ungewohnt war für mich auch, das Klopapier nicht in der Kloschüssel hinunterzuspülen, sondern in den Papierkorb nebenan zu werfen – in Griechenland ist das scheinbar so üblich.

Der zweite Stock besteht aus fünf kleinen Räumen, in welchen zurzeit jeweils ein Freiwilliger schläft. Gerade bin ich noch sehr froh, dass ich in diesem Raum eine Rückzugsmöglichkeit habe. Alle Räume wirken wesentlich kleiner, als sie es sowieso schon sind, wegen der Dachschrägen. In meinem Raum habe ich einen kleinen Schreibtisch, ein Bett und leider keinen Kleiderkasten, weshalb ich einfach aus dem Koffer lebe. Zurzeit ist es nachts immer sehr kalt bei uns, weil das Haus ab einer Temperatur von weniger als 11°C geheizt wird. Im Sommer soll es allerdings in unseren Zimmern so heiß sein, dass wir die Nächte in einem anderen Raum des Hauses verbringen werden, in einer Art Matratzenlager.

Unser Haus müssen wir natürlich auch in Schuss halten, deshalb ist jeder Sonntag Putztag. Auch wenn das nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist, lerne ich dabei einiges, was später im Leben sicher noch nützlich sein wird.

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