Tag der Unabhängigkeit

In Griechenland wird am 25. März gefeiert, dass die erfolgreiche griechische Revolution gegen die Herrschaft der Türken eben an diesem Datum 1821 begann. Ich persönlich würde ja nicht den Anfang der Revolution sondern das Ende feiern, doch das sei den Griechen selbst überlassen.

Für uns hieß das, dass wir natürlich die Feierlichkeiten in der Schule sehen durften und auch die der allgemeinen Bevölkerung in Form einer Parade. Wir haben uns übrigens erklären lassen, dass die Parade keineswegs für Nationalismus steht sondern einfach Tradition sei und darauf begründet wird, dass bei der Rückkehr der Armee aus dem Krieg früher immer eine Parade stattgefunden hat, bei der die Familien der Soldaten warteten, ob ihre Lieben denn auch heil zurückgekehrt waren.

Die Schüler der fünften und sechsten Klasse hatten ein außergewöhnlich tolles Theater vorbereitet, das sie vor Eltern, Großeltern, Geschwistern, Lehrern und Mitschülern vorführten. Später wurden inoffizielle Zeugnisse verteilt und Eltern kamen zum Gespräch mit den Lehrern. Ich verbrachte den restlichen Schultag im Hof und unterhielt mich mit den Kindern. Mittlerweile klappen einfach griechische Konversationen nämlich schon sehr gut. Ganz aufgeregt waren die Kinder nach dem Theater, weil auch Österreich darin eine Rolle spielte und sie erzählten mir begeistert davon.

Samstags fuhren wir dann morgens in die Stadt, um die Parade um 12 Uhr mitzuerleben. Francesco und ich kannten das Spiel vom letzten Jahr nun schon sehr gut, doch unsere neue Freiwillige Giorgia sah das Spektakel zum ersten Mal. Hungrig genossen wir später dann gutes griechisches Essen in einem Restaurant am Hafen und eine Nachspeise im Café. Natürlich führten wir Giorgia auch zu unserem Lieblingsort in Chios: die Mauer der Burg mit dem Ausblick aufs blaue Meer. Dort rasteten wir kurz und schossen einige Fotos voneinander.

Gerade wenn man dann von so einem turbulenten Tag aus der Stadt zurückkehrt, freut man sich zwar über die angenehme Ruhe in Katarraktis, verflucht aber gleichzeitig auch die Langeweile.

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