Vatertag ohne Papa

Hallo Papa,
während ich hier ein Wochenende im Süden der Insel am Strand verbringe, geht’s bei dir zuhause ganz schön rund. Zwischen Geburtstag, Musikkonzert, Frühschoppen und Vatertag bleibt dann auch nur Zeit für ein kurzes telefonisches „Alles Gute!“. Letzte Woche haben wir Zuwachs bekommen, keine Sorge, noch kein Enkelkind für dich, sondern einfach ein neuer Freiwilliger, aus Polen übrigens. Tja, und gestern bin ich um 5 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang anzuschauen. Danach hab ich nochmal geschlafen, ich bin eben nicht ganz so eine routinierte Frühaufsteherin wie du.

Gegen Mittag brachte uns die Organisation mit dem Auto dann nach Komi, einem wunderschönen Sandstrand. Wenn ich dir jetzt sage, dass man hier Liege neben Liege findet und dazwischen Sonnenschirme, würdest du bestimmt nie herkommen wollen. Dass es hier trotz der vielen Leute relativ entspannt und ruhig ist, hat selbst mich überrascht. Gestern hab ich es dann auch endlich gewagt und bin zum ersten Mal in Griechenland vom Strand aus ins Meer gegangen. Es hat mit Sicherheit geholfen, dass das Wasser glasklar war und ich keinen einzigen Fisch entdecken konnte. Das Ganze wurde natürlich fotografisch festgehalten und ich hab meine Unterwasserkamera endlich mal ausprobieren können.

Am späten Nachmittag sind wir dann von Komi nach Emporios gewandert. Es dauert keine 45 Minuten und man befindet sich in einer ganz anderen Welt. Emporios ist ein kleiner Ort in einer Bucht und versprüht Dank der liebevoll dekorierten Tavernen ganz viel Charme. Gegen Schnitzel, Schweinsbraten und Co. hat das griechische Essen aber trotzdem keine Chance.

So, und am Sonntag, am Vatertag genossen wir die letzten Sonnenstrahlen am schwarzen Vulkanstrand, bevor die Wolken aufzogen. Im Taxi ging es dann wieder zurück nach Komi, wo wir den restlichen Vatertag verbrachten.

Vielleicht ist es etwas gemein, aber allerliebste Grüße vom Sandstrand, Papa! Ich hoffe, du hast einen tollen Vatertag. Ein großartiger Papa verdient es, auch dann & wann dafür eine Danke zu erhalten. Drum möchte ich mich jetzt auch an meine Geschwister anschließen, die das sicher schon zuhause persönlich gemacht haben: DANKE PAPA! Ich hab dich lieb.

Deine Babs

Sommerfest im Kindergarten

Letzte Woche wurde im Kindergarten schon der Sommerabschluss gefeiert, denn es geht in Riesenschritten den griechischen Sommerferien entgegen. Ab Donnerstag 15. Juni hat hier keine Schule mehr geöffnet.

Unsere beiden italienischen Freiwilligen im Kindergarten haben natürlich fleißig Lieder und Choreographien einstudiert und viel gebastelt, um den Abend zu etwas ganz Besonderem zu machen.

 

Aus dem Programm der „Λάχανα και χάχανα“ (Lachana ke chachana), einer Sammlung von witzigen Kinderliedern, haben die Kleinen einige Songs mit kleinen Tanzeinlagen vorgeführt. Die Verkleidungungen reichten von Schmetterlingen über Seeigel zu alten Männern. Das Ganze war so süß und lustig vorbereitet, dass mein Lächeln gar nicht mehr weggehen wollte.

Wie ließen den gelungenen Abend beim Essen gehen dann noch ausklingen.

Ein Nachmittag in Mesta

Samstags ergab sich für uns mit der Organisation eine tolle Möglichkeit. Sie boten uns an, mit uns Mesta zu besuchen, einen der bekanntesten Orte auf der Insel. Was den Ort so besonders macht, ist die Bauweise, die einen sofort zurück ins Mittelalter zurückversetzt. Das ganze Dorf ist nämlich als Burg angelegt, die Häuser aus Steinen eng aneinander gebaut und hindurch führt ein verworrenes Netz aus engen Gassen. Kaum vorzustellen, dass dies noch so gut erhalten ist, doch in Mesta haben die Menschen das erreicht.

Da viele Leute in Mesta unseren Projektleiter aus seinen Zeiten als Lehrer noch kannten, wurden wir oft für ein Gespräch kurz aufgehalten und herzlich begrüßt. Für eine gute Stunde durchkämmten wir dann das Dorf auf eigenen Füßen und fanden viele charmante kleine Geschäfte mit sympathischen Einheimischen, die uns über die Herstellung der Produkte verrieten.

Bevor wir Mesta verließen, durften wir sogar noch eines der Häuser von innen besichtigen. Außerhalb des Dorfes zogen uns die wunderschönen Blumen dann in ihren Bann und wir nahmen als Andenken eine mit.