Das war’s jetzt!

Der 26. September wird mir wohl lange als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem ich 2016 in ein neues Abenteuer gestartet bin und genau ein Jahr später mit vielen Erfahrungen und schönen Erinnerungen im Gepäck wieder zurückgekehrt bin. Ich will ganz ehrlich sein, ein Fazit oder einen letzten Blogpost über ein solches Erlebnis zu schreiben, ist nie leicht. Es gehen einem so viele Sachen durch den Kopf und man weiß gar nicht, wo man anfangen soll.

Da ich schon über all meine Abenteuer in einzelnen Posts berichtet habe, möchte ich mich jetzt ganz allgemein halten. Natürlich habe ich heuer viel gelernt, wie es auch Ziel einer solchen Erfahrung sein sollte. Amüsant finde ich aber vor allem, dass mir als Antwort auf die Frage „Und, was hast du denn jetzt so alles gelernt?“ immer sofort „Kochen und Putzen!“ einfällt – wo es doch so viele andere Bereiche gäbe, in denen ich mich weiterentwickelt habe.

In meinem Blog habe ich immer hauptsächlich von großartigen und schönen Momenten erzählt, doch ebenso ist es mir auch manchmal schlecht gegangen und hab mich nicht wohlgefühlt. Gott sei Dank stehen die schönen Erinnerungen aber immer im Vordergrund und ich bereue meine Entscheidung, ein Jahr in diese fremde Kultur einzutauchen, keinesfalls.

Ich habe während meiner Zeit auf Chios viele einzigartige, engagierte und einfach unglaublich tolle junge Leute aus Italien, Deutschland, Polen und Frankreich kennengelernt. Sie alle sind zu den besten Freunden geworden, die ich mir dort wünschen hätte können. Wie es bei uns so Tradition ist, überreichen wir jedem Freiwilligen beim Abschied ein persönliches Geschenk, eine Erinnerung an unsere Freundschaft und an Chios sozusagen. Mir kommen jedes Mal fast die Tränen, wenn ich das selbstgebastelte Freundebuch sehe, das ich mit nach Hause nehmen durfte. Danke meine Lieben, ich vermiss euch jetzt schon unglaublich!

Ich kann noch gar nicht wirklich fassen, dass ich nun wirklich zuhause bin und nicht wieder zurückkehre. Jetzt werde ich wohl lange Zeit kein blaues Meer mehr vor der Haustüre haben. Dafür kann ich mich auf grüne Hügel, Berge und Schnee freuen. Österreich hat mich wieder.

Advertisements

Zwölf beim Segeln

Vom Ende des Sommers merkt man in Griechenland bisher noch gar nichts. Mehr als 30°C und Sonnenbrand sagen ja schon einiges aus. Ganz anders als zuhause, wie ich mir sagen lassen habe. Dieses schöne Wetter soll vor allem am Wochenende genutzt werden und so war jeder begeistert, als die Organisation einen Segelausflug vorschlug. Die Besonderheit daran: alle Freiwilligen würden zusammenkommen für das Wochenende und sogar einen Abend gemeinsam in Katarraktis verbringen, wo das Boot geparkt werde.

Am späten Samstagnachmittag hieß es dann endlich „Boot in Sicht!“ und ich konnte einige Freiwillige, die ich schon Tage, Wochen oder sogar Monate nicht mehr gesehen habe, in die Arme schließen. Es ist echt schön, sich wiederzusehen und über Verpasstes zu quatschen. Gemeinsam haben wir dann vor einem nahegelegenen Strand den Anker ausgeworfen und sind um unser Boot geschwommen. Hätte es mir vor einem Jahr noch bei der Vorstellung, vom Boot zu springen, den Magen verdreht, so mache ich es jetzt ohne viel nachzudenken und mit großer Freude. Manchmal muss man eben über seinen Schatten springen und ich bin froh, jetzt weniger Angst vorm Meer zu haben.

Mit zwölf Freiwilligen im Haus war der Abend dann natürlich sehr lustig. Während wir die Nacht in unseren Betten verbrachten, ging das Abenteuer Segelboot für die Freiwilligen von Vrontados weiter und sie übernachteten an Bord.

Am Sonntag blieben wir dann nach längerer Fahrt beim schönsten Sandstrand von Chios (so sehe ich es zumindest) in Karfas stehen. Es war zwar ein weiter Weg vom Boot zum Strand, doch wir wagten das Abenteuer und wurden nicht enttäuscht. Am Ende des Tages hieß es dann allerdings wieder Abschied nehmen. Doch es war bestimmt nicht das letzte Mal im Leben, dass ich diese wundervollen Menschen treffe.

Zurück zur Schule

Die allerletzten drei Wochen meines EFDs darf ich nun wieder mit dem liebsten Teil meiner Arbeit hier verbringen: Schule und Kindergarten. Der Schulbeginn war dieses Jahr genau wie zuhause in Österreich am 11. September. Doch auch schon in der Woche davor waren wir Freiwilligen als fleißige Helfer vor Ort und haben uns bei der neuen Direktorin der Schule vorgestellt und das Gebäude fürs kommende Schuljahr vorbereitet. Ausmisten, Willkommensgeschenke basteln, Bücher verteilen und sogar die Außenwände bunt bemalen – all das zählte zu unseren Tätigkeiten.

Am 11. September gab es dann zur Eröffnung des Schuljahres eine Feier mit Segnung des Pfarrers. Erst am Dienstag ging es los mit dem Unterricht. Für uns war der Einstieg gar nicht so leicht, weil viele neue Gesichter unter den Lehrern sind und diese die Arbeit von uns Freiwilligen an der Schule noch nicht kennen. In den nächsten Wochen müssen wir also zeigen, wo wir helfen können.

Mittlerweile pendelt sich aber alles ein und jeder findet seinen Platz in der Schule. Ich genieße übrigens den Luxus, meine Zeit auf Kindergarten und Schule aufzuteilen, um als „alte“ Freiwillige überall Rat zu geben. So habe ich noch ganze zwei Wochen, um mich langsam aber sicher von allen hier zu verabschieden und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.