Weihnachtsvorfreude

Die letzten Tage waren vollgepackt mit Schulweihnachtsfeiern, Koffer packen und ein Haus auf die zweiwöchige Abwesenheit der Bewohner vorbereiten. Besonders letzteres war echt interessant, denn so hautnah hab ich das noch nie miterlebt. Die Pläne, um alle Lebensmittel aufzubrauchen, das gründliche Putzen, die Müllentsorgung. Und in jeder freien Minute schlich sich dann noch die Vorfreude auf daheim in die Gedanken.

Die Schulweihnachtsfeier war bei uns heute und bestand aus einem echt sehr gutem Theater, dargebracht von der zweiten Klasse. Kein Wunder, der Klassenvorstand ist eine ehemalige Theaterdirektorin. Die Kinder haben ein Kinderbuch nachgespielt, das von einer Hexe handelt, die Weihnachtslieder hasst. Es war wirklich lustig, auch wenn ich die Dialoge nicht verstanden habe – tja, die Sprache lern ich auch erst seit drei Monaten!

Später gab es dann für die Lehrer (und uns) noch ein Buffet und wir bedankten uns für die schöne Zeit, die wir bis jetzt in der Schule verbracht haben.

Jetzt allerdings geht’s ab nach Hause und darauf freu ich mich jetzt wirklich schon!

Kekse und andere Weihnachtsvorbereitungen

Der Grund, warum man in den letzten zwei Wochen am Blog von mir gar nichts zu hören bekam, ist, dass es mir hier nicht sonderlich gut ging. Ich bin gerade in einer Phase meines EFD, in der ich teilweise wirklich unglücklich bin und auch froh, dass die zweiwöchigen Weihnachtsferien vor der Türe stehen. Diese werde ich nämlich daheim bei Familie und Freunden verbringen.

Grundsätzlich merkt man hier kaum, dass Weihnachten näher kommt. Es ist kalt, aber eben vergleichbar mit österreichischem Herbstwetter, keine Spur von Schnee und wenige Lichterketten, geschweige denn Punsch auf Adventmärkten. Dafür durfte ich vor kurzem eine weihnachtliche Ballettvorführung im Stadtpark beobachten. Besonders interessant war es für mich, die Weihnachtslieder aus den Lautsprechern mit fremden Worten zu hören.

Was mich persönlich noch etwas mehr auf Weihnachten vorbereitet hat, war das Kekse backen, dem ich mich letzten Sonntag gestellt habe. Honigkekse und Lebkuchen waren das leckere Ergebnis und ich war gleich ein bisschen mehr in Stimmung.

An den letzten Wochenenden waren wir auch immer samstags in der Stadt, um die letzten Geschenke zu besorgen und die ein oder andere heiße, weiße Schokolade mit Karamell zu genießen.

Kurz war ich am Mittwoch letzte Woche auch beim Schiffshafen, wo unser Segelboot für den Winter gelagert wird. Es ist echt ein wunderschöner Platz mit vielen unterschiedlichsten Booten.

Generell bin ich hier zu einem Fan von unerwarteten, wunderschönen orangeroten Verfärbungen des Himmels, auch bekannt als Sonnenunter- und aufgänge, geworden. Zuhause hat mich das selten beschäftigt, wenn man am Himmel so ein Schauspiel betrachten konnte.

On-Arrival-Training in Athen

Die letzte Woche war gleichzeitig eine richtig anstrengende aber auch sehr tolle Woche. Wir hatten durchgehend ein vollgepacktes Programm. Von 9.30 Uhr bis 13 Uhr und von 15.30 bis 19 Uhr waren wir mit unseren Trainingseinheiten beschäftigt, natürlich immer mit kurzer Kaffeepause.

Dass wir knapp 80 Leute waren, fand ich persönlich eher nicht so toll. Der Lärm und die vielen Gesichter konnten oft sehr überwältigend sein. Wenn so viele Eindrücke auf einen einprasseln, ermüdet einen das ganz schön schnell. Doch obwohl man am liebsten nur mehr schlafen will, möchte man abends auch nicht verpassen, mit den anderen auszugehen und sich auf einer freundschaftlicheren Basis besser kennenzulernen. Gemeinsam Athen zu erkunden war zwar eine teure Angelegenheit, wir haben aber auch wirklich nette Bars entdeckt. Am letzten Abend durften wir dann im Hotel eine Privatparty schmeißen mit unserer eigenen Musik. Die ganze Nacht wurde getanzt, gelacht und gequatscht.

Die Woche bestand also aus wenig Schlaf und vielen sowohl lustigen als auch informativen Trainingseinheiten. Gemeinsam haben wir gebastelt, Theater erfunden, über unsere Probleme gesprochen und viel gelacht. Fazit der Woche ist: Wir wollen uns alle wiedersehen und jeder ist bei den anderen herzlichst willkommen.

Nebenbei konnte ich auch einen Punkt aus meiner Bucket List abhaken: die Akropolis zu besuchen. Es war ein ganz besonderes Gefühl, in der Nähe eines so antiken und bekannten Bauwerkes zu sein und nebenbei war der Ausblick auf Athen einfach nur beeindruckend.

Athen generell sieht von oben leider sehr trist, grau und fast abstoßend aus. Erst wenn man einige Stadtteile zu Fuß erkundet, entdeckt man die wahre Schönheit der Stadt.

Ursprünglich hätten wir am 6. Dezember mit dem Schiff heimreisen und die Nacht am Meer verbringen sollen. Allerdings machte uns ein mehrtägiger Streik einen Strich durch die Rechnung und relativ kurzfristig wurde unser Transportmittel durch ein Flugzeug ausgetauscht. Statt einer achtstündigen Schifffahrt stand uns deshalb nur ein 45-minütiger Flug bevor.

Für mich war es eine tolle Auszeit vom Projekt, die mir im Gespräch mit anderen auch gezeigt hat, was mit dem EFD möglich ist und wie toll wir es hier auf Chios auch haben.