Die Gegend erkunden

In Katarraktis sind wir ziemlich weit abgelegen von der Stadt und verbringen unsere Wochenenden deshalb oft einfach zuhause. Doch viele kleine Orte liegen in der näheren Umgebung und lassen sich zu Fuß erkunden. Da unser gestriger Tag unfreiwillig ohne WLAN verbracht werden musste, nutzte ich einige Zeit, um spazieren zu gehen.

Mein Tag begann sehr früh, denn der Samstag war als einziger Tag der Woche wolkenlos gemeldet worden und ich wollte unbedingt einen schönen Sonnenaufgang erleben und frische Luft schnappen. Gesagt, getan – die Mühe war es wert. Doch die Versuche, durch die Wildnis einen Weg zurückzufinden, scheiterten leider an einem durchwachsenem Feldweg. Es hätte mir einfach niemand erzählen sollen, dass man in Griechenland auch oft auf Schlangen treffen kann.

Nachmittags packte mich dann die Wanderlust wieder (beziehungsweise sank die Anzahl der ungelesenen Bücher in meiner Kindle-Bibliothek aka meine „kein-WLAN-Beschäftigung“ rapide) und ich machte mich noch einmal auf den Weg in die Wildnis. Mit ein bisschen Hilfe von Google Maps – ich sollte mich dafür schämen – fand ich meinen Weg nach Vokaria. Der Weg dorthin hat mich stark an Irland erinnert: Grün ringsum, Klippen und das strahlend blaue Meer.

Jedenfalls kann ich sagen, dass ich hier an einem schönen Ort gelandet bin und mich schon wahnsinnig auf den wärmeren Frühling freue. Obwohl wir hier meistens Temperaturen rund um 5°C haben, kommt es einem ganz schön kalt vor.

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Umzug nach Katarraktis

Ich hab es schon vor Weihnachten in meinem Blog nebenbei kurz erwähnt und vielen meiner Freunde während meines Heimaturlaubs erzählt: In meiner Wohnsituation hab ich mich besonders im Dezember eigentlich gar nicht mehr wohlgefühlt. Sogar so wenig, dass ich überlegt habe, meinen EFD abzubrechen. Schade wär’s gewesen! Das Warum will ich so öffentlich nicht ausbreiten und es lässt sich auch nicht so einfach erklären.

Jedenfalls habe ich das Glück, dass mein Projekt zwei Standorte auf Chios hat und ich die Chance bekommen habe, umzuziehen. Fakt ist, ich lebe jetzt in Katarraktis, mehr als eine halbe Stunde entfernt von Vrontados. Katarraktis ist ein sehr kleines Fischerdorf und Ausflüge in die Stadt sind jetzt nicht mehr gar so einfach zu organisieren. Dafür begeistert Katarraktis mit Meernähe, Ruhe und einer tollen Strandpromenade.

Statt drei Mitbewohnern habe ich jetzt nur noch einen, Francesco. Es ist schon eine Umstellung, nur noch zu zweit zu leben, aber Francesco hat Humor für 3, daher hatten wir damit noch keine Probleme. Klar, wir müssen nun öfter kochen, mehr putzen – aber damit kann ich gut leben. Dass wir in einem Raum schlafen, der nur durch ein paar Plastikschränke getrennt ist, war bisher auch kein Thema. Das Wochenende habe ich hier vor allem mit Putzen verbracht, da hier seit 4 Monaten kein Mädchen mehr gelebt hat (und nein, einmal kurz mit Wasser den Boden wischen ist eben nicht ausreichend). Mama, du kannst stolz sein, ich hab nun auch endlich meinen Ehrgeiz zum Putzen gefunden!

Insgesamt ist unsere Wohnung eine kleine Baustelle: mittwochs bekamen wir eine neue Dusche, samstags kam der Elektriker und demnächst streichen wir die Küchenwände neu. Da sonst hier nicht viel zu tun ist, ist die Abwechslung aber eine willkommene.

Besonders schade finde ich es, dass ich meine Schule zurücklassen musste (ohne Verabschiedung) und dass ich Kalliopi nicht mehr täglich bei mir habe. Dafür durfte ich hier nun viele süße neue Kinder kennenlernen in dem Kindergarten und der Schule, in der ich nun arbeite. Doch dazu ein anderes Mal mehr. Ich genieße jetzt jedenfalls meinen Sonntagabend in der frisch geputzten Wohnung.

 

 

Zwei Wochen Heimaturlaub

Die letzten beiden Wochen durfte ich zuhause bei Familie und Freunden verbringen. Die Vorfreude auf diese Zeit war riesengroß und es hat sich auch gelohnt, heimzukommen. Doch Daheimsein bringt auch mit sich, dass man umso weniger wieder gehen möchte.

Ich habe in der Zeit zuhause einiges erlebt und gemacht: Weihnachten mit der ganzen Familie feiern, Silvester mit Freunden, Konzerte und Theaterbesuche, Schifahren, Sternsingen und viele nette Gespräche mit Freunden und Familie.

Man kann also sagen, ich habe die Zeit optimal genutzt. Doch wie es eben so ist, wird sie zum Schluss dann trotzdem immer zu kurz. Man möchte nicht noch einmal für so lange Zeit weggehen und die Familie würde einen auch am liebsten zuhause behalten. So war dieser zweite Abschied von meiner Familie auch viel schwieriger, als es der erste war. Vielleicht lag es aber auch einfach an der kitschigen „vom-Bahnhof-zuwinken“-Szene, die mich gleichzeitig zum Weinen und Lachen brachte oder daran, dass alle meine Geschwister um halbsechs Uhr morgens ins Auto stiegen, um sich am Bahnhof von mir zu verabschieden (und ein Frühstück bei McDonalds zu bekommen).